"Es gibt in jeder Zeit für jedes Zipperlein das entsprechende Kraut - wir müssen es nur finden."

Hier werden wir die Kräuter vorstellen, mit denen wir arbeiten. Diese Liste ist in ständiger Bearbeitung.....

Alle Angaben machen wir nach bestem Wissen und Gewissen wohlwissend, dass unsere Erfahrungen noch am Anfang stehen. Sehen Sie die Beschreibungen als Anregung zu eigenen Herangehensweisen und Erlebnissen mit den Kräutern.

Einige Pflanzen können Hautreizungen oder Allergien auslösen, z.B. Beifuß, Johanniskraut, Wiesenbärenklau und die Korbblütler. Empfindliche Menschen sind bitte achtsam im Umgang mit den Pflanzen.

Bitte immer nur die Pflanzen sammeln, die man sicher bestimmen kann!

Ackerschachtelhalm (Equisetum arvense)

Der Ackerschachtelhalm (auch Zinnkraut genannt) gehört zu den ältesten Pflanzen unseres Planeten. Vor 400 Millionen Jahren gab es 30 m hohe Wälder dieser Art. In früheren Zeiten wurde das Kraut zum Putzen von Metall verwendet.

Merkmale: der Schachtelhalm hat keine Blätter oder Blüten. Er vermehrt sich durch Sporen. Der Stengel setzt sich aus ineinander verschachtelte Abschnitte zusammen, deren Querschnitt rund und acht mal eingebuchtet ist. Die Pflanze wird 10 bis 50 cm hoch und hat die Form eines  kleinen Nadelbaums. Die Seitentriebe sind nicht verzweigt. Den echten Schachtelhalm zu erkennen ist nicht ganz leicht. Es gibt verschiedene Arten, die aber alle mehr oder weniger giftig sind. Nur der echte Schachtelhalm ist zu verwenden.

Ernte: wir sammeln ab Mai das Kraut und trocknen es für Tee.

Verwendung: das getrocknete Kraut als Tee und Badezusatz.

Heilwirkung: beruhigend, blutstillend, entzündungshemmend, harntreibend

Arnika (Arnica montana)


Bergdotterblume, Wolfsauge und Wolfsgelb sind nur drei der vielen alten Namen der Arnika. Sie hat eine starke Ausstrahlung, welche die Menschen schon immer angezogen hat.


Merkmale: Aus der Blattrosette mit 4 bis 6 eiförmig bis lanzettförmigen Blättern entspringt ein behaarter Stängel mit  den sonnengelben Blüten. Die Pflanze kann bis zu 60 cm hoch werden; meistens aber nur bis zu 30 cm. An den Stängeln wachsen gegenständige Blattpaare.


Ernte: von Juli bis August verarbeiten wir die frisch verlesenen Blüten.


Verwendung: wir bereiten Tinktur und Öl zu.


Heilwirkung: Vorsicht! die Arnika ist eine sehr stark wirkende Heilpflanze, die man nur verdünnt anwendet. Sie wirkt antibakteriell, entzündungshemmend, blutreinigend, krampflösend und schmerzstillend. Die Tinktur verwenden wir bei Prellungen und Verstauchungen.


Bärlauch (allium ursinum)

Der Bärlauch, auch Hexenzwiebel genannt, ist verwandt mit Zwiebel, Schnittlauch und Knoblauch. Er bringt die Säfte in Schwung, stärkt die Schnelligkeit und Entschlusskraft. Seine Botschaft ist: „Jetzt!“

Merkmale: er hat frischgrüne, eliptische, bis zu 25 cm lange Blätter, die einzeln an langen Stielen wachsen. Die Blattnerven laufen parallel.Reibt man die Blätter duftet es nach Knoblauch. Im Mai zeigt er an einem oder mehreren Stängeln mehrere weiße, luftige, sternförmige Blüten (Scheindolden), die später zu kleinen Zwiebeln werden.

Ernte: von März bis Mai sammeln wir die Blätter vor der Blüte. Ab Mai ernten wir die Blüten und Samen, die einen sehr aromatischen Geschmack haben. Im Winter, ab November können wir auch die Wurzeln (Zwiebeln) verwenden.

Verwendung: wir verwenden die frischen Blätter in Quark, Kräuterbutter oder Pesto. Nach der Blüte sind die Blätter schwer verdaulich. Auch die Blüten mit Früchten sind eine Bereicherung für den Salat.

Wir stellen auch eine Tinktur gegen Arteriosklerose her.

Heilwirkung: antibakteriell, blutreinigend, Blutdruck senkend, Cholesterinspiegel senkend.

Achtung: leicht zu verwechseln mit den sehr giftigen Maiglöckchen, Herbstzeitlosen oder Aronstab!!!


Baldrian (Valeriana officinale)

Früher wurde Baldrian als Schutz vor bösen Geistern in die Tür gehängt oder man trug eine Baldrianwurzel bei sich als Schutzvor dem Teufel. Im Zimmer aufgehängt sollte der Baldrianstrauß sich bewegen wenn eine Hexe den Raum betrat.

Schon von Hippokrates und Paracelsus schätzten ihn als Allheilmittel. Hildegard von Bingen sah im Baldrian ein Mittel gegen Brustfellentzündung.

Merkmale: unpaarig gefiederte Blätter wachsen an einem gerillten Stengel. Weiß-rosa farbige Blüten-Dolden krönen schirmartig die bis zu 2 m hohen Pflanzen.

Ernte: im Hochsommer sammeln wir die Blüten, im Herbst nach der Blüte die Wurzeln.

Verwendung: aus den Wurzeln stellen wir eine Tinktur her und trocknen sie für verschiedene Tee-Zubereitungen. Im zeitigen Frühjahr bereichern wir mit frischen Blättern unseren Salat. Die getrockneten Blüten füllen wir zusammen mit anderen Blüten in ein Schlaf förderndes Kissen.

Heilwirkung: beruhigend, entspannend, konzentrationsfördernd, schlaffördernd.


Beifuss (Artemis vulgaris)


Seit der Antike wird der Beifuß als „Mutter aller Pflanzen“ verehrt. Der Name führt uns zu Artemisia, der heilkundigen Gemahlin des persischen Königs Maussolos. Zahlreiche Gelehrte aus früheren Zeiten loben den Beifuß als Frauenheilmittel.


Merkmale: die doppelt gefiederten, spitz auslaufenden Blätter sind auf der Oberseite dunkelgrün und auf der Unterseite filzig silber-weiß. Die Pflanze wird bis zu 2 m hoch, hat einen festen aufrechten Stängel mit ausgebreiteten Seitenästen. Die  sehr kleinen Blüten sind eher unscheinbar gelblich oder rötlich in ährenartiger Anordnung.


Ernte: von Juli bis September sammeln wir, kurz vor der Blüte, vom Kraut die oberen 20 cm . Die Wurzel graben wir im Spätherbst aus.


Verwendung: bei fetten Speisen verwenden wir das getrocknete Kraut als Gewürz. Als Tee verwenden wir ihn bei Menstruationsbeschwerden. 


Heilwirkung: in alten Kräuterbüchern wird der Beifuß empfohlen um die Fruchtbarkeit zu stärken, Geburt zu erleichtern und Menstruationsbeschwerden zu lindern. Gegen kalte Füße und müde Beine hilft ein Fußbad. Das getrocknete Kraut in einem Nesselsäckchen am Kopfkissen beruhigt die Nerven und fördert den Schlaf. Wir schätzen den Beifuß auch als Räucherwerk.


Beinwell (Symphytum officinale) 

Schon die Ritter im Mittelalter wussten die Kraft des Beinwell zu schätzen und setzten ihn zur Heilung ihrer Knochen- und anderer Verletzungen ein.

Merkmale: er hat raue, haarige, lanzettförmige Blätter die mit dem Stengel verwachsen sind. Die Pflanze wird bis zu 1m hoch. Von Mai bis September hat sie weißlich gelbe oder violette Blüten.

Ernte: von Oktober bis April ernten wir die Wurzel, die außen schwarzbraun und innen weiß und schleimig ist, von April bis Oktober die Blätter.

Verwendung: aus der Wurzel stellen wir Salbe und Tinktur her. Die Blätter verwenden wir in der Küche als Gemüse und auch in Bier- oder Pfannkuchteig ausgebacken.

Heilwirkung: wundheilend, gewebebildend, zellerneuernd, entzündungshemmend, schmerzstillend. Das Anwendungsgebiet reicht von Arthritis, Arthrose über Gelenkschmerz, Knochenbruch, Sehenenriss, Phantomschmerz bis zu Rheuma und Verstauchung.

Boretsch (Borago officinale)


Merkmale: Boretsch ist ein einjähriges Kraut mit großen, behaarten Blättern, das bis zu 60 cm hoch wird.  Von Juni bis August erscheinen die blauen Blüten, die auch „Blauhimmelstern“ genannt werden.


Ernte: von Frühjahr bis August ernten wir die jungen Blätter.


Verwendung: wir verwenden die Boretschblätter gern als Salatgewürz. In Hessen gehört er traditionell zur „Grünen Soße“.  Die Blätter können als Tee oder Tinktur für Umschläge oder Waschungen verwendet werden.

 

Heilwirkung: beruhigend, entgiftend, entzündungshemmend. Als Tee oder Tinktur werden Ekzeme oder Hautausschläge damit äußerlich behandelt.


 Brennessel (Urticaria dioica)

Bereits vor Jahrtausenden fertigte man aus den Fasern der Brennessel Kleidung. Pfarrer Kneipp empfahl sie als Haarwuchsmittel und nach einem anderen alten Brauch aß man am Gründonnerstag Brennesselgemüse um im folgenden Jahr vor Geldnot geschützt zu sein. Heute wird die Nessel zur Fasergewinnung auch kommerziell angebaut.

Merkmale: wohl jeder kennt die brennende Wirkung der Brennessel, die durch kleine Haare an Blättern und Stängeln verursacht wird. Die Blätter sind dunkelgrün und gezahnt. Die Pflanze wird bis zu 2 m hoch. 

Ernte: schon zeitig im Frühjahr ernten wir die Blätter und Triebspitzen, die vor der Blüte die meisten Wirkstoffe haben. Ab Juli ernten wir die Samen, die wir frisch oder getrocknet verwenden.

Verwendung: die jungen Blätter (bis zum 4. Blattpaar) als Salat, Gemüse oder Tee. Den Samen streuen wir über Salat oder ins Müsli.

Heilwirkung: blutreinigend, Stoffwechselfördernd. Als Frühjahrskur spült sie alle Schlacken aus dem Körper und wirkt dadurch positiv bei Gicht, Frühjahrsmüdigkeit und Rheuma. Sie enthält viele Mineralien, Vitamin A und C, Eisen und Eiweiß.


Engelwurz (Angelica sylvestris)

Engelwurz beschützt uns wie ein Engel vor Ansteckung und bei Belastungen

Merkmale:die Pflanze wird mannshoch und ist ein Doldenblütler. Die Blätter sind ähnlich wie beim Giersch, jedoch größer und mehrteiliger.

Ernte: Die Wurzeln werden ab Ende Oktober ausgegraben, wenn die Blätter welken.

Verwendung: Die Wurzeln werden geschält und in kleine Stücke geschnitten um sie dann in Rotwein einzulegen, eine Tinktur zu bereiten oder als Tee zu verwenden.

Heilwirkung: wehrt Infekte ab, mobilisiert letzte Reserven


Gänseblümchen (Bellis perennis)


Der Aberglaube sagt, wer die ersten 3 Gänseblümchen im Frühjahr 

isst, wird das restliche Jahr von Zahnschmerzen, Augenbeschwerden und

Fieber verschont.


Merkmale: Aus einer Blattrosette, mit eiförmigen Blättern erscheinen im März bis August die Blüten. Ähnlich wie Margeriten oder Kamille, sind die Gänseblümchen Korbblütler. Die Pflanze wird bis zu 15 cm hoch.


Ernte: wir ernten von März bis November die Blätter und Blüten.


Verwendung: die Blätter verwenden wir als Tee oder Tinktur, Blätter und Blüten als Salatbeigabe. Sauer eingelegte Knospen verwenden wir als Kapernersatz.


Heilwirkung: blutreinigend, Hustenstillend, Appetit- und Stoffwechselanregend. Äußerlich angewendet lindert der Tee Ausschläge und Gliederschmerzen und heilt hartnäckige Wunden.


Giersch(Aegopodium podagraria)


Nur sehr selten finden wir jemanden, der den Giersch nicht kennt und versucht ihn in seinem Garten auszurotten. Im Mittelalter war er in Kloster- und Buerngärten eine natürliche Nutz- und Heilpflanze.


Merkmale:  Die Pflanze wird bis zu 1 m hoch. Der Stängel ist kantig-gefurcht

Ernte: die jungen, noch nicht vollständig entfaltete Blätter Verwendung: Salat

Heilwirkung: Gicht 


Gundermann (Glechoma hederacea)


Bei den alten Germanen gab es eine Kultspeise, eine Kraftsuppe, die sie mit den guten und heiligen Kräften verbinden sollte. Einer der wichtigsten Bestandteile dieser Suppe war der Gundermann. Er wuchs inder Nähe der menschlichen Behausungen und galt als Verkörperung der guten Haus- und Hofgeister.


Merkmale: Die Pflanze ist ein guter Bodendecker. Die Blätter sind, ledrig, nierenförmig und werden im Laufe des Jahres immer größer; bis zu 5 cm im Durchmesser. Die Blüten sind blau-violett.


Ernte: wir ernten vom Frühjahr bis zum späten Sommer die jüngeren Blätter.


Verwendung: Gundermann ist ein würziges Kraut, das wir sparsam in den Salat oder Kräuterquark geben. Die Blätter in Schokolade getaucht sind unser „After eight“. Wir bereiten aus den Blättern eine Salbe. Wenn man die Blätter fest gepresst in ein Schraubglas steckt , gewinnt man ein Öl.


Heilwirkung: Wund heilend, blutreinigend, entzündungshemmend, Stoffwechsel fördernd.


Hagebutte (Rosa canina)


Die Hagebutte entsteht aus der zarten Blüte der Wildrose oder Heckenrose.


Merkmale: sie wächst in Hecken, Gebüschen und Böschungen. Im Hochsommer hat sie zahlreiche weiße oder zart rosa Blüten, die im Herbst zu leuchtend roten Hagebutten reifen.


Ernte: im Spätherbst ernten wir die roten, weichen Früchte.


Verwendung: Die getrockneten Hagebuttenschalen verwenden wir als Tee. Aus frischem Hagebuttenmus kochen wir eine köstliche Marmelade.


Heilwirkung: wegen des hohen Vitamin-C Gehaltes wirkt sie Immunstärkend und vertreibt Erkältungen und Frühjahrsmüdigkeit.


Holunder (Sambucus nigra)


Bei den Kelten galt der Holunder als heiliger Baum, in dem die guten Hausgeister wohnten.

Obwohl es sich hier wirklich eher um einen Baum als um ein Kraut handelt, möchten wir nicht auf ihn verzichten.


Merkmale: die Blätter sind unpaarig gefiedert. Der Busch wird bis zu 7 m hoch. Von Mai bis Juli blühen die weiß, gelblichen Blüten in Trugdolden, im Herbst reifen die schwarzen Beeren, die in rohem Zustand leicht giftig sind.


Ernte: von Mai bis Juli ernten wir die Blüten, im Herbst die Beeren.


Verwendung: aus den Blüten machen wir Tee gegen Erkältung und Fieber. Aus den Beeren stellen wir Saft, Sirup, Likör und Gelee her.


Heilwirkung: Stärkung des Immunsystems,


Honigklee (Melilotus officinalis)


Der anmutige Honigklee schwingt leicht wie eine Feder über steinigen Böden (daher nennt man ihn auch Steinklee). Man sagt, sein Duft sei gut gegen trübe Gedanken.


Merkmale: die Pflanze wird bis zu einem ( in seltenen Fällen bis zu zwei) Meter hoch und ist stark verzweigt. Die Blätter sind dreizählig befiedert, daher der Name: Klee. Es gibt ihn gelb- und weiß blühend, wobei der gelb blühende Honigklee als echt bezeichnet wird. Die Blüten sind zu langen Trauben angeordnet.


Ernte: wir sammeln von Mai bis August das blühende Kraut. Der schöne Duft entwickelt sich beim Trocknen.


Verwendung: Wir machen Kräuterkissen, Tee, Salbe und Tinktur. Auch als Gewürz bei Fisch- und Fleischspeisen geeignet.


Heilwirkung: innerlich wirkt er auf Blut- und Lymphgefäße, bei Migräne und Bronchitis. Äußerlich nehmen wir ihn gegen Schwellungen und  Entzündungen.


Huflattich (Tussilago farfara)


Johanniskraut (Hypericum perforatum)

Schon seit Urzeiten wird das Johanniskraut mit der Sommersonnenwende verbunden. Es vertreibt alles Böse und Dunkle. In alter Zeit sah man in der Blüte die eingefangene Kraft der Sonne.

Merkmale: die eiförmig, elliptischen Blätter sitzen ohne Stiel am festen, zweikantigen Stängel. Dieser ist markig ausgefüllt. Im oberen Teil ist die Pflanze buschig verzweigt. Hält man die Blätter gegen das Licht erkennt man die Öldrüsen und sie sehen aus als wären sie von Nadeln durchstochen. Die Pflanze wird bis zu 1 m hoch. Die goldgelben Blüten haben fünf Blütenblätter und viele bräunliche Staubblätter. Beim Zerrreiben der Blüte tritt ein roter Saft aus. 

Ernte: wir pflücken von Juni bis August den oberen Teil der Pflanze (ca. 20 cm), wenn sowohl blühende als auch noch knospige Blüten zu sehen sind.

Verwendung: das blühenden Kraut verwenden wir für unser Schlafsäckchen und bereiten Tinktur, Öl und Salbe.

Heilwirkung: beruhigend, antibakteriell, entzündungshemmend, krampflösend, tonisierend. Wird gegen Kopfschmerzen, Depression, Nervosität, Angstzustände und Schlaflosigkeit eingesetzt.

Kamille (Matricaria chamomilla)

Alte ägyptische, arabische, babylonische, griechische und römische Heilkundige verwendeten die Kamille genauso wie unsere steinzeitlichen Vorfahren. Selbst die heutige Wissenschaft bestreitet nicht ihre Wirkung.

Merkmale: die 2 bis 3-fach gefiederten, grüngelben Blätter wachsen an aufrechten, glatten, runden Stängeln. Die Pflanze wird bis zu 50 cm hoch. Im oberen Bereich ist sie stark verzweigt und bildet bis zu 120 Blütenköpfchen. Der Köpfchenboden ist zu Anfang flach und wölbt sich später kegelförmig, hohl nach oben während die weißen Blütenblätter sich nach unten zurück schlagen.

Ernte: von Mai bis Juli ernten wir die Blüten bei Sonnenschein. Die Inhaltsstoffe werden bei regnerischem Wetter weniger. 

Verwendung: wir trocknen die Blüten für Tee, Badezusatz und Dampfbad. Als Tinktur und Salbe haben wir das ganze Jahr über eine wirksame Arznei. 

Heilwirkung: die Kamille ist ein Tausendsassa. Sie wirkt antibakteriell, austrocknend, beruhigend, blutreinigend, entzündungshemmend, harntreibend, krampflösend, schmerzlindernd, schweißtreibend. Wir setzen sie ein bei Asthma, Aufstossen, Blähungen, Blasenschwäche, Darmkoliken, Durchfall, Erkältung, Husten, Magenkrämpfen, Reizdarm, Reizmagen Schlaflosigkeit, Sodbrennen.


Knoblauchsrauke (Alliaria petiolata)

Schon im Mittelalter spielte sie eine Rolle als Gewürzpflanze. In der Volksmedizin wurde sie bei Atemwegserkrankungen eingesetzt. Der Name rührt daher, dass sie beim Zerreiben der Blätter einen Knoblauchsduft verströmt. 

Merkmale: die Blätter sind unterschiedlich in Form und Größe, sie erinnern an Brennesselblätter; im unteren Bereich sind sie groß, gezackt und nierenförmig. Die Pflanze wird bis zu 1 m hoch. Die Stängel sind schwach kantig, aufrecht und unverzweigt. Von April bis Juli hat sie weiße Blüten.

Ernte: Vor der Blüte sammeln wir die Blätter. Die Blüten nehmen wir zur Verzierung von Salaten.

Verwendung: Die Blätter und jungen Triebspitzen finden in der Küche vielfältige Anwendung in Salaten, Gemüsegerichten, für Aufläufe und Suppen ebenso im Kräuterquark und Pesto.

Heilwirkung: antibakteriell, schleimlösend, schweißtreibend. Wird eingesetzt bei Husten, Bronchitis, Asthma und Wurmbefall.


Löwenzahn (Taraxum officinale)


Kleine Kinder erfreuen sich an den lustigen Pusteblumen auf jeder Wiese.

Wenige wissen, dass der Löwenzahn eine vorzügliche Heil- und Küchenpflanze ist.

Bei den bäuerlichen Metereologen gilt: ist die Blüte abends noch offen, gibt es schlechtes Wetter.


Merkmale:  die länglichen, gezackten Blätter, wo keins dem anderen gleicht,  wachsen in einer Rosette aus deren Mitte der bis zu 30 cm oder mehr hohe, hohle Stengel mit der leuchtend gelben Blüte wächst, die sich bei Sonnenschein öffnet  und am Abend wieder schließt.


Ernte: schon sehr früh im Jahr ernten wir die jungen Blätter und Wurzeln. Die Blüten sammeln wir das ganze Jahr über.


Verwendung: die jungen Blätter verwenden wir im Salat oder Pesto, aus den Blüten machen wir Gelee. Die Wurzeln trocknen wir für Tee.  Die Knospen verwenden wir als Gemüse.


Heilwirkung: die Bitterstoffe in dem weißen Schleim der Wurzel regen die Verdauung, Stoffwechsel und Entschlackung an (hauptsächlich Leber und Galle) und sind immunstimulierend. Der Löwenzahn enthält viele Mineralien und viel Vitamin C. 

Bei rheumatischen und arthritischen Erkrankungen verwenden wir ihn zur Ausschwemmung.


Meerrettich (Cochlearia armoracia)


Nach einer alte Überlieferung soll eine getrocknete Scheibe Meerrettich im Geldbeutel verhindern, dass dieser leer wird.


Merkmale: große schwertförmige Blätter, die bis zu 1 m lang werden. Im späteren Frühjahr treibt ein Stängel für die Blütenrispen aus.


Ernte: vom Herbst bis zum Frühjahr wird die Wurzel geerntet, die bis zu 50 cm lang und 4 cm im Durchmesser werden kann.


Verwendung: am besten verwendet man die Wurzel frisch gerieben. Man kann sie in feuchten Küchentüchern im Kühlschrank eine gewisse Zeit lagern oder in einem Eimer mit Sand im kühlen Keller. Wir verwenden die geriebene  Wurzel, innerlich oder als Breiumschlag.


Heilwirkung: antibakteriell, hilft bei Erkältung und Grippe den Husten und die Bronchitis zu vertreiben. Breiauflagen helfen bei hartnäckigem Husten aber auch gegen Hexenschuss und Ischias. 


Ringelblume (Calendula officinalis)


Die Ringelblume hat viele Namen: Sonnenbraut, Wucherblume, Calendula weil sie an so vielen Monatsanfängen blüht und auch Totenblume, weil sie auf Gräbern als Zeichen des ewigen Lebens gepflanzt wird. Eine Bauernweisheit: sind die Blätter zwischen 6 und 7 Uhr geöffnet, gibt es einen sonnigen Tag, sind sie nach 7 Uhr geschlossen, muss mit Regen gerechnet werden.


Merkmale: Die hellgrünen, länglichen Blätter sind saftig, fleischig. Vom Frühsommer bis Ende Herbst blühen die saftig gelben bis orangen Blüten unaufhörlich an verzweigten Stängeln. Die Pflanze wird 30 cm, bis zu 60 cm hoch.


Ernte: wir sammeln Blüten und Blätter von Juli bis Oktober.


Verwendung:  wir machen Tee, Öl Tinktur und Salbe.


Heilwirkung: die Blüten sind ein hervorragendes Wundheilmittel bei Hautverletzungen, Hautentzündungen, Brandwunden, Sonnenbrand, Ekzemen,

Quetschungen, Krampfadern, offenen Beinen. und Verstauchungen.


Sanddorn (Hippophae rhamnoides)


Der Sanddorn ist zwar kein Kraut, soll aber trotzdem in unserer Liste nicht fehlen weil seine Früchte wahre Vitaminbomben sind. Der Name deutet auf seinen Standort und seine dornigen Zweige hin.


Merkmale: er hat schmale silbrige (oben grau-grün, unten weißlich)Blätter an Büschen, die bis zu 5 m hoch werden können. Solch große Pflanzen sieht man aber selten, da er sehr langsam wächst. Im April blüht er mit unscheinbaren gelben Blüten. Im Herbst trägt er seine leuchtend orangen Früchte.


Ernte: von August bis Dezember ernten wir die Beeren.


Verwendung: aus den frischen Beeren machen wir Saft, Tee und Marmelade.


Heilwirkung: Der Vitamin C-Gehalt des Sanddorn ist höher als der der Zitrusfrüchte! Wirkt bei Erkältungskrankheiten. Für Veganer ist er besonders interessant wegen seines Vitamin B12 Gehaltes.


Schafgarbe (Archillea millefolium)


Der Name „Archillea“ wird vom griechischen Helden Achilles abgeleitet, der mit der Schafgarbe seine Wunden geheilt haben soll.


Merkmale: hübsche, gefiederte Blätter, die in Rosetten wachsen. Im Volksmund wurde sie wegen dieser schönen Blätter auch „Augenbraue der Venus“ genannt. Daraus wächst ein Stängel, der doldenartige Blütenstände mit weißen oder rosa Blüten trägt.


Ernte: von März bis April sammeln wir die Blätter,  im Hochsommer bis zum Oktober den oberen Teil des  blühenden Krautes, vorzugsweise in der Mittagshitze.  Die Blüten sollten kalkweiß sein.


Verwendung: Getrocknet als Soßengewürz, Tinktur  oder Tee. Wir fertigen daraus auch einen Balsam gegen Fußpilz.


Heilwirkung: krampflösend, blutreinigend, entzündungshemmend. Ihre Bitterstoffe unterstützen die Verdauung, besonders bei gereizten Magenschleimhäuten. Der Schafgarbe wird auch die Fähigkeit nachgesagt, den Rückfluss des Blutes zum Herzen zu fördern. Dadurch wird der Kreislauf verbessert und Krampfadern und geschwollene Füße werden positiv beeinflusst. Mit dem ätherischen Öl der Schafgarbe desinfizieren wir Wunden und mit dem Balsam behandeln wir Pilzinfektionen.


Spitzwegerich (Plantago lanceolata)


Die alten Germanen, Griechen und Römer glaubten, der Wegerich sei mit den Kräften aus der Unterwelt verbunden. Der Name kommt aus dem althochdeutschen "Wega" = Weg und rih= König. Er wächst am Wegesrand, dort wo man ihn braucht; hat man auf Wanderungen Blasen an den Füßen, kaut man ein Blatt des Spitzwegerich und ersetzt damit ein Pflaster. So kommt man gut nach Hause.


Merkmale: die lanzettförmigen Blätter werden bis zu 45 cm lang und wachsen in Rosetten. Die Blattnerven laufen parallel. Die Blüten stehen in kolbenartiger Ähre auf dem gefurchten Stängel.


Ernte: von Mai bis August sammeln wir die Blätter, danach bis zum Oktober die Wurzeln.


Verwendung: wir bereiten Tee aus getrockneten und frischen Blättern, Tinktur und Öl. Vor der Blüte kann man die Blätter auch als Salatbeigabe oder in Suppen und Saucen verwenden.


Heilwirkung: der Spitzwegerich ist eine Heilpflanze für die Atemwege. Er ist entzündungshemmend, antibakteriell, schleimlösend.


Vogelmiere (Stellaria media)


Man sieht es ihr nicht an aber die Vogelmiere gehört zur Familie der Nelken.

Der deutsche Name deutet darauf hin, dass die Vögel sich an den tausenden von Samen sehr erfreuen. Der lateinische Name beschreibt die Blüten.

Schon im Mittelalter wurde eine Salbe aus Vogelmiere und Schmalz zubereitet.


Merkmale: die zahlreichen, kleinen, eiförmigen, spitz zulaufenden Blätter wachsen an bis zu 40 cm langen, auf dem Boden liegenden Stängeln. Von März bis Oktober blüht sie mit weissen Blüten, die wie winzige Sterne aussehen. Die einjährige Pflanze bedeckt bearbeiteten Boden sehr dicht, wie eine Mulchschicht.


Ernte: sie keimt und treibt sogar im Schnee, sodass man sie das ganze Jahr über ernten kann.


Verwendung: wir verwenden sie frisch als Zutat für Salate, Suppen und Kräuterquarks und trocknen sie auch für Tee.


Heilwirkung: Regt den Stoffwechsel und die Verdauung an. Die zahlreichen Samen der Vogelmiere haben einen sehr hohen Vitamin C Gehalt. Der Tee lindert bei rheumatischen Beschwerden und wirkt schleimlösend bei Atemwegserkrankungen


Wegwarte (Cichorium intybus)


Der Sage nach ist die Wegwarte eine verzauberte Prinzessin, die auf ihren schönen Traumprinzen,  der nach Osten geritten ist, wartet. Sie wird im Volksmund unter anderem auch blaue Distel oder Arme-Sünder-Blume genannt.


Merkmale: Die ausdauernde, krautige Pflanze erreicht eine Wuchshöhe von 30 bis 140cm. Sie besitzt eine tiefreichende Pfahlwurzel. Die Grundblätter und die unteren Stängelblätter sind an ihrer Unterseite borstig behaart. Die oberen Stängelblätter haben eine länglich-lanzettliche Form und sind fiederspaltig bis ungeteilt. Die 3 bis 5cm großen Blütenköpfe bestehen nur aus Zungenblüten. Die Köpfchenhülle ist zweireihig, die Hüllblätter meistens drüsenhaarig. Die Zungenblüten sind himmelblau, selten auch weiß gefärbt. Blütezeit ist von Juni bis Oktober. Sie gehört zur Familie der Korbblütler (Asteraceae).

Ernte: Die Blüten und Blätter sammeln wir ca. Mitte Juli bis Mitte August. Im späten Herbst und im frühen Frühjahr graben wir die Wurzeln aus.

Verwendung: Die jungen unteren Blätter schmecken in Sommersalaten. Die Wurzeln können wir in Soßen verkochen oder als Gemüse zubereiten. Aus der Wurzel, den Blättern und Blüten können wir einen Wegwartenbitter, einen Wein oder einen Tee herstellen. Bekannt ist auch der Zichorienkaffee. Aus der kultivierten Pflanze, der Gartenzichorie werden die dicken Pfahlwurzeln getrocknet, geröstet und zu Zichorienkaffee verarbeitet. Weitere Kulturformen sind u. a. Chicorée, Radicchio und Endivie.

Heilwirkung: adstringierend, anregend, blutreinigend, entzündungshemmend. Die Wegwarte ist ein bitter schmeckendes Anregungs- und Kräftigungsmittel, das besonders die Funktionen von Milz, Leber und Galle anregt und zur Reinigung des Blutes beiträgt. Sie ist ein Kraut der Sonne, sorgt für einen klaren Kopf, bringt Lebensenergie, Toleranz und Seelenruhe.

Achtung: Korbblütenallergiker dürfen die Pflanze nicht verwenden, ebenso sollte man bei Gallensteinen vorsichtig sein, da die Pflanze möglicherweise den Gallenfluss erhöht.

Weinberglauch (Allium vineale)

Die Pflanze wird in Kräuterbüchern nur selten erwähnt. Sie gehört zur Familie der Liliengewächse

Merkmale: die mehrjährige Pflanze kann mit ihren nahezu stielrunden Blättern eine Höhe von bis zu 90 cm erreichen. Diese Halme sind bläulich-grün und erinnern sehr an den Schnittlauch, sind aber fester. Die Zwiebeln sind zwischen 5 und 10 cm fest im Boden versenkt. Auch die doldige, violett-rote Blüte ist dem Schnittlauch sehr ähnlich.

Ernte: Die Zwiebel kann das ganze Jahr über, die Blätter (Halme) schon sehr zeitig im Frühjahr geerntet werden. Die Blütezeit ist von Juni bis August. 

Verwendung: die ganze Pflanze kann roh zur Verfeinerung eines Salates, geröstet oder gekocht in der Suppe gegessen werden.

Heilwirkung: Harntreibend